Anritsu MS2850A (2026) im Test: Revolutionäre Funksignal-Analyse für die nächste Generation
Die drahtlose Kommunikation entwickelt sich rasant weiter, 5G ist nur der Anfang. Der Anritsu MS2850A verspricht, diese Evolution messbar zu machen – bis 45 GHz. Kann dieser Signalanalysator wirklich die Zukunft der Funktechnik abbilden, oder ist er nur ein teures Spielzeug für High-Tech-Labore?
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Design, Ergonomie und Anschlüsse
Der MS2850A präsentiert sich in einem robusten Gehäuse, das für den Einsatz im Labor und in der Fertigungsumgebung konzipiert ist. Die Frontseite dominiert ein großer, hochauflösender Touchscreen, der eine intuitive Bedienung ermöglicht. Die Anordnung der Bedienelemente ist logisch und durchdacht. Auf der Rückseite finden sich zahlreiche Anschlüsse, darunter SMA- und N-Stecker für HF-Signale, USB- und Ethernet-Ports für die Datenübertragung sowie Anschlüsse für externe Trigger und Referenzsignale. Trotz seiner Leistungsfähigkeit ist der MS2850A erstaunlich kompakt und lässt sich gut in bestehende Messumgebungen integrieren. Allerdings ist das Gewicht von über 20 kg nicht zu unterschätzen, was den mobilen Einsatz erschwert. Die Lüfter sind zwar effizient, aber unter Volllast deutlich hörbar. Die Ergonomie ist insgesamt gut, allerdings könnten die seitlichen Griffe etwas komfortabler sein. Die hochwertige Verarbeitung und die soliden Anschlüsse vermitteln einen Eindruck von Langlebigkeit und Zuverlässigkeit.

Frequenzbereich und Spektrumsanalyse
Das Herzstück des MS2850A ist seine Fähigkeit, Funksignale im Frequenzbereich von 9 kHz bis 45 GHz zu analysieren. Diese enorme Bandbreite ermöglicht die Untersuchung einer Vielzahl von drahtlosen Technologien, von Mobilfunk über WLAN bis hin zu Satellitenkommunikation. Die Spektrumsanalyse ist von höchster Qualität, mit einem minimalen Eigenrauschen, das selbst schwächste Signale sichtbar macht. Die Auflösungsbandbreite (RBW) lässt sich präzise einstellen, um das Signal-Rausch-Verhältnis zu optimieren. Der MS2850A unterstützt eine Vielzahl von Messfunktionen, darunter Spektrumsanalyse, Frequenzgangmessung, Modulationsanalyse und vieles mehr. Die Messergebnisse werden übersichtlich auf dem Display dargestellt und können in verschiedenen Formaten exportiert werden. Die hohe Messgeschwindigkeit ermöglicht die Echtzeit-Analyse von dynamischen Signalen. Im Test zeigte der MS2850A eine exzellente Linearität und Genauigkeit über den gesamten Frequenzbereich. Auch bei komplexen Modulationsarten lieferte er zuverlässige Ergebnisse.
Modulationsanalyse und Signalgenerierung
Neben der Spektrumsanalyse bietet der MS2850A auch umfangreiche Funktionen zur Modulationsanalyse. Er unterstützt eine Vielzahl von Modulationsarten, darunter AM, FM, PM, ASK, FSK, PSK und QAM. Die Modulationsanalyse ermöglicht die detaillierte Untersuchung der Signalqualität, wie z.B. EVM (Error Vector Magnitude), MER (Modulation Error Ratio) und Frequenzdrift. Der MS2850A kann auch als Signalgenerator fungieren, um Testsignale zu erzeugen. Die Signalgenerierung umfasst die Erzeugung von CW-Signalen, modulierten Signalen und Arbiträrsignalen. Die Signalgenerierung ist präzise und stabil, was sie ideal für die Charakterisierung von Empfängern und anderen HF-Komponenten macht. Im Test zeigte der MS2850A eine ausgezeichnete Übereinstimmung zwischen den erzeugten und den gemessenen Signalen. Die intuitive Benutzeroberfläche erleichtert die Konfiguration der Modulationsparameter und die Erzeugung komplexer Testsignale.
Software und Automatisierung
Der MS2850A wird von einer umfassenden Software-Suite unterstützt, die die Messdatenerfassung, -analyse und -visualisierung erleichtert. Die Software bietet eine intuitive Benutzeroberfläche und eine Vielzahl von Funktionen, darunter Speichern und Laden von Messkonfigurationen, Erstellung von Messberichten und Fernsteuerung des Analysators. Der MS2850A unterstützt auch die Automatisierung von Messabläufen über SCPI-Befehle (Standard Commands for Programmable Instruments). Dies ermöglicht die Integration des Analysators in automatisierte Testsysteme. Die Software ist gut dokumentiert und bietet zahlreiche Beispiele für die Programmierung von Messabläufen. Im Test zeigte die Software eine hohe Stabilität und Zuverlässigkeit. Die Fernsteuerung des Analysators funktionierte einwandfrei und ermöglichte die Durchführung komplexer Messungen ohne manuelle Eingriffe.
Preis-Leistung und Alternativen
Der Anritsu MS2850A ist zweifellos ein High-End-Signalanalysator, der seinen Preis hat. Er richtet sich an professionelle Anwender in Forschung, Entwicklung und Produktion, die höchste Ansprüche an die Messgenauigkeit und -funktionalität stellen. Im Vergleich zu Konkurrenzprodukten von Rohde & Schwarz, Keysight Technologies und Tektronix bietet der MS2850A eine ähnliche Leistung, jedoch zu einem etwas höheren Preis. Ob sich die Investition lohnt, hängt von den individuellen Anforderungen ab. Für Anwender, die nicht den gesamten Frequenzbereich bis 45 GHz benötigen, gibt es günstigere Alternativen mit geringerer Bandbreite. Für Anwender, die jedoch die höchste Performance und die umfassendsten Funktionen benötigen, ist der MS2850A eine ausgezeichnete Wahl. Zu beachten ist, dass der MS2850A auch Folgekosten verursacht, wie z.B. Kalibrierungen und Software-Updates.
✓ Vorteile
- Unübertroffene Frequenzabdeckung bis 45 GHz
- Hervorragende Spektrumsanalyse mit minimalem Eigenrauschen
- Intuitive Bedienoberfläche und umfassende Software-Suite
- Zukunftssichere Plattform für 5G NR und darüber hinaus
✕ Nachteile
- Hoher Anschaffungspreis
- Komplexe Bedienung erfordert Einarbeitungszeit
- Hoher Stromverbrauch im Vergleich zu älteren Modellen