Creative Zen Air vs. Anker Soundcore P20i: Das Duell der Preis-Leistungs-Könige
Der Markt für günstige In-Ear-Kopfhörer boomt. Creative und Anker liefern sich mit den Zen Air und den Soundcore P20i ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Gunst preisbewusster Käufer. Doch welches Modell bietet das bessere Gesamtpaket? Wir haben die beiden Kontrahenten auf Herz und Nieren geprüft.
Gut
Unabhängiger Testbericht
Design, Verarbeitung und Komfort
Die Creative Zen Air und die Anker Soundcore P20i präsentieren sich beide in einem schlichten, unauffälligen Design. Beide Modelle setzen auf Kunststoffgehäuse, die zwar funktional, aber nicht unbedingt luxuriös wirken. Die Zen Air wirken durch ihre glänzende Oberfläche einen Tick edler, während die Soundcore P20i mit einer matten Oberfläche und einer etwas robusteren Bauweise punkten. In puncto Tragekomfort schneiden beide Modelle gut ab. Sie sitzen angenehm im Ohr und bieten auch bei längeren Hörsessions einen guten Halt. Allerdings könnten die Zen Air für Nutzer mit kleineren Ohren etwas besser passen, da sie etwas kompakter sind. Die P20i hingegen bieten dank verschiedener Ohrpassstücke eine größere Flexibilität bei der Anpassung. Im Vergleich zu teureren Modellen wie den Sony WF-1000XM5 merkt man jedoch deutlich den Unterschied in der Materialqualität und der Verarbeitung. Hier muss man im Preisbereich Abstriche machen.

Bedienung, Ausstattung und App
Die Bedienung erfolgt bei beiden Modellen über Touch-Felder an den Ohrhörern. Diese reagieren zuverlässig und ermöglichen die Steuerung von Musikwiedergabe, Lautstärke und Anrufannahme. Beide Hersteller bieten zudem eine App an, mit der sich die Kopfhörer konfigurieren lassen. Die App der Soundcore P20i bietet etwas mehr Funktionen, wie z.B. einen Equalizer zur Anpassung des Klangbilds und verschiedene Voreinstellungen. Die App der Zen Air ist etwas spartanischer, bietet aber die wichtigsten Grundeinstellungen. In Sachen Konnektivität setzen beide Modelle auf Bluetooth 5.3, was eine stabile und zuverlässige Verbindung gewährleistet. Im Test gab es keine Aussetzer oder Verbindungsprobleme. Anders als bei teureren Modellen wie den Apple AirPods Pro fehlt beiden Modellen jedoch die Möglichkeit, die Kopfhörer gleichzeitig mit mehreren Geräten zu verbinden (Multipoint). Auch eine automatische Trageerkennung, die die Wiedergabe automatisch pausiert, wenn die Kopfhörer aus dem Ohr genommen werden, ist nicht vorhanden.
Klangqualität: Dynamik und Detailtreue
Klanglich bieten sowohl die Creative Zen Air als auch die Anker Soundcore P20i eine überraschend gute Leistung für ihren Preis. Die Zen Air zeichnen sich durch ein ausgewogeneres Klangbild mit klaren Höhen, präsenten Mitten und einem soliden Bass aus. Die Soundcore P20i hingegen setzen auf einen etwas kräftigeren, bassbetonteren Klang, der besonders bei elektronischer Musik und Hip-Hop gut zur Geltung kommt. Im Detail offenbaren beide Modelle jedoch ihre Schwächen. Die Bühne wirkt etwas eng und die Räumlichkeit ist begrenzt. Auch die Detailtreue ist nicht mit der von teureren Modellen wie den Sennheiser Momentum True Wireless 3 vergleichbar. Dennoch bieten beide Kopfhörer für den Alltag und den gelegentlichen Musikgenuss eine mehr als zufriedenstellende Klangqualität. Wer einen neutralen Klang bevorzugt, sollte eher zu den Zen Air greifen, während Bassliebhaber mit den Soundcore P20i besser bedient sind.

ANC, Telefonie und Akku
Beide Modelle verfügen über eine aktive Geräuschunterdrückung (ANC), die Umgebungsgeräusche reduzieren soll. Die ANC funktioniert bei beiden Modellen jedoch nur bedingt. Leichte Hintergrundgeräusche wie das Rauschen eines Ventilators werden zwar reduziert, aber laute Geräusche wie das Hupen eines Autos oder das Gespräch anderer Personen dringen weiterhin durch. Im Vergleich zu High-End-Modellen wie den Bose QuietComfort Earbuds II ist die ANC deutlich schwächer. Bei der Telefoniequalität schneiden beide Modelle ebenfalls durchschnittlich ab. Die Stimme wird zwar klar übertragen, aber Umgebungsgeräusche werden nicht ausreichend gefiltert. Die Akkulaufzeit ist hingegen solide. Die Zen Air halten mit einer Akkuladung bis zu 6 Stunden durch, während die Soundcore P20i sogar bis zu 10 Stunden schaffen. Mit dem Ladecase lässt sich die Akkulaufzeit bei beiden Modellen auf bis zu 30 Stunden verlängern. Das Aufladen erfolgt über USB-C und geht recht schnell. Eine Schnellladefunktion sorgt dafür, dass bereits 10 Minuten Ladezeit für mehrere Stunden Musikgenuss ausreichen.
Preis-Leistungs-Verhältnis & Konkurrenz
Sowohl die Creative Zen Air als auch die Anker Soundcore P20i bieten ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für unter 50 Euro erhält man hier solide In-Ear-Kopfhörer mit gutem Klang, ordentlicher Akkulaufzeit und grundlegenden Funktionen. Im Vergleich zu teureren Modellen wie den Sony WF-C500 muss man zwar Abstriche bei der ANC, der Klangqualität und der Ausstattung machen, aber für den Preis sind die Abstriche durchaus akzeptabel. Eine interessante Alternative in diesem Preissegment sind die Xiaomi Redmi Buds 4 Lite, die ebenfalls mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen. Wer bereit ist, etwas mehr Geld auszugeben, sollte sich die Jabra Elite 3 ansehen, die eine bessere Klangqualität und eine effektivere ANC bieten. Letztendlich hängt die Wahl vom Budget und den individuellen Anforderungen ab. Für preisbewusste Käufer, die solide In-Ear-Kopfhörer für den Alltag suchen, sind sowohl die Creative Zen Air als auch die Anker Soundcore P20i eine gute Wahl.
Vorteile
- Überzeugender Klang für den Preisbereich
- Solide Akkulaufzeit und schnelle Ladefunktion
- Angenehmer Tragekomfort, auch über längere Zeit
- Zuverlässige Bluetooth-Verbindung
Nachteile
- ANC könnte effektiver sein
- Kunststoffgehäuse wirkt nicht besonders hochwertig
- App-Funktionen könnten umfangreicher sein
Fazit: Sowohl die Creative Zen Air als auch die Anker Soundcore P20i bieten ein überraschend gutes Gesamtpaket für ihren jeweiligen Preis. Die Zen Air punkten mit einem etwas ausgewogeneren Klangbild und einem minimal eleganteren Design, während die Soundcore P20i mit einem kräftigeren Bass und einer robusteren Bauweise überzeugen. Letztendlich hängt die Wahl vom persönlichen Geschmack und den individuellen Präferenzen ab.