Tektronix MSO68B im Test: Acht Kanäle zur präzisen Signaljagd
Acht Kanäle, 8 GHz Bandbreite, 25 GS/s Abtastrate – das Tektronix MSO68B verspricht Signalvisualisierung in einer neuen Dimension. Doch hält das Flaggschiff-Oszilloskop, was die technischen Daten versprechen? Wir haben das MSO68B auf Herz und Nieren geprüft und zeigen, wo die Stärken und Schwächen des High-End-Geräts liegen.
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Ergonomie, Gewicht und Handhabung
Das MSO68B ist ein massives Gerät, das primär für den stationären Einsatz im Labor konzipiert wurde. Die Bauweise ist robust und hochwertig, was dem hohen Preis angemessen ist. Das Gewicht von über 10 kg sorgt für einen sicheren Stand. Das Bedienfeld ist übersichtlich gestaltet, mit dedizierten Tasten für die wichtigsten Funktionen. Der große, hochauflösende Touchscreen ermöglicht eine intuitive Bedienung und eine gute Darstellung der Messsignale. Die Menüführung ist logisch aufgebaut, allerdings erfordert die Vielzahl an Funktionen eine gewisse Einarbeitungszeit. Die Anschlussmöglichkeiten sind vielfältig und umfassen neben den acht analogen Kanälen auch digitale Eingänge, USB-Ports und einen LAN-Anschluss für die Fernsteuerung. Die mitgelieferten Tastköpfe sind von hoher Qualität und tragen zur präzisen Signalaufnahme bei. Einziger Kritikpunkt ist das hohe Gewicht, das den Transport erschwert.

Abtastrate, Speicher und Bandbreite
Das MSO68B bietet eine maximale Abtastrate von bis zu 25 GS/s auf allen acht Kanälen gleichzeitig. Der tiefe Speicher von bis zu 500 Millionen Messpunkten pro Kanal ermöglicht die Erfassung langer Signalverläufe mit hoher Auflösung. Die Bandbreite von bis zu 8 GHz sorgt dafür, dass auch schnelle Signale unverfälscht dargestellt werden. Diese Kombination aus hoher Abtastrate, tiefem Speicher und großer Bandbreite macht das MSO68B zu einem idealen Werkzeug für die Analyse komplexer, zeitvariabler Signale. Im Test zeigte sich, dass das Oszilloskop auch bei anspruchsvollen Messaufgaben eine hervorragende Signalintegrität bietet. Das Eigenrauschen ist gering, was die Messung kleiner Signale erleichtert. Die Trigger-Funktionen sind umfangreich und ermöglichen die gezielte Erfassung interessanter Ereignisse.
Signal-Analyse und Spektrum-Funktionen
Eine der Stärken des MSO68B ist die integrierte Spektrumanalysefunktion. Diese ermöglicht es, Signale nicht nur im Zeitbereich, sondern auch im Frequenzbereich zu untersuchen. Dies ist besonders hilfreich bei der Fehlersuche in elektronischen Schaltungen, bei der Störungen oft im Frequenzbereich leichter zu identifizieren sind. Die Spektrumanalysefunktion bietet verschiedene Darstellungsmodi und Messfunktionen, die eine detaillierte Analyse des Frequenzspektrums ermöglichen. Darüber hinaus verfügt das MSO68B über umfangreiche mathematische Funktionen, mit denen Signale bearbeitet und analysiert werden können. Dazu gehören beispielsweise FFT, Filterfunktionen und statistische Analysen. Die Ergebnisse können direkt auf dem Bildschirm dargestellt und gespeichert werden.
Trigger-Optionen und serielle Bus-Analyse
Das MSO68B bietet eine Vielzahl von Trigger-Optionen, die eine gezielte Erfassung interessanter Ereignisse ermöglichen. Dazu gehören Trigger auf Flanken, Impulsbreite, Logikmuster und serielle Busse. Die Trigger-Optionen sind flexibel konfigurierbar und ermöglichen die Anpassung an die spezifischen Anforderungen der Messaufgabe. Ein besonderes Highlight ist die Unterstützung für die Dekodierung und Analyse verschiedener serieller Busse wie I2C, SPI, CAN, LIN und Ethernet. Die dekodierten Daten werden direkt auf dem Bildschirm dargestellt, was die Fehlersuche in eingebetteten Systemen erheblich erleichtert. Die Dekodierungsfunktionen sind umfangreich und bieten verschiedene Darstellungsmodi und Filteroptionen.
Preis-Leistung: High-End für Profis
Das Tektronix MSO68B ist zweifellos ein High-End-Oszilloskop, das sich primär an professionelle Anwender in Forschung, Entwicklung und Produktion richtet. Der hohe Anschaffungspreis ist angesichts der gebotenen Leistung und Funktionalität gerechtfertigt, jedoch stellt er für viele Hobby-Elektroniker und kleine Unternehmen eine erhebliche Investition dar. Im Vergleich zu anderen High-End-Oszilloskopen bietet das MSO68B eine hervorragende Leistung und eine umfangreiche Ausstattung. Alternativen sind beispielsweise Oszilloskope von Keysight oder Rohde & Schwarz, die jedoch in ähnlichen Preisregionen liegen. Für Anwender, die nicht die volle Leistung des MSO68B benötigen, gibt es auch günstigere Alternativen von Herstellern wie Siglent oder Rigol, die jedoch Abstriche bei Bandbreite, Abtastrate und Funktionsumfang machen.
✓ Vorteile
- Acht analoge Kanäle mit bis zu 8 GHz Bandbreite ermöglichen komplexe Analysen
- Integrierte Spektrumanalysefunktion vereinfacht die Fehlersuche im Frequenzbereich
- Hervorragende Signalintegrität und geringes Eigenrauschen für präzise Messergebnisse
- Umfassende Trigger- und Dekodierungsoptionen für serielle Busse (I2C, SPI, CAN, etc.)
✕ Nachteile
- Hoher Anschaffungspreis, der sich primär an professionelle Anwender richtet
- Die Vielzahl an Funktionen erfordert eine intensive Einarbeitung
- Die optionale Software-Erweiterungen können die Kosten zusätzlich erhöhen