Test: DAJA DJ6 - Kompakter Einstiegs-Laser mit engen Grenzen
TechCheck24 Redaktion•
BEFRIEDIGEND
58% Bewertung
Der DAJA DJ6 ist ein Spielzeug für Bastler, die gelegentlich ein Logo in ein Stück Holz brennen möchten. Für ernsthafte Projekte fehlt es an Leistung, Präzision und einer stabilen Software-Umgebung. Die geringe Größe ist Segen und Fluch zugleich.
58%
Der Markt für Kleinst-Lasergravierer wird von Geräten aus Fernost überschwemmt, die oft mehr versprechen, als die Physik einer 3-Watt-Diode hergibt. Der DAJA DJ6 schlägt in genau diese Kerbe: Ein kompaktes Gerät für den Schreibtisch, das sich an Bastler und Gelegenheitsnutzer richtet. Wer hofft, damit eine professionelle Werkstatt auszurüsten, wird enttäuscht. Das Gerät zielt auf die Personalisierung von Kleinteilen ab und konkurriert mit anderen Low-Budget-Diodenlasern, die vor allem durch einfache Handhabung punkten wollen. In der Praxis zeigt sich jedoch schnell, dass Kompaktheit oft mit technischen Kompromissen einhergeht, die den Arbeitsfluss behindern können.
Design & Verarbeitung
Das Gehäuse des DJ6 besteht überwiegend aus einfachem Kunststoff, was dem Gerät eine haptische Leichtigkeit verleiht, die nicht unbedingt Vertrauen in die Langzeitstabilität weckt. Die offene Bauweise ist typisch für diese Preisklasse, birgt aber Risiken. Der Laserkopf ist zwar teilweise durch ein grünes Kunststoffschild abgeschirmt, dieses schützt jedoch nicht vor Reflexionen aus allen Winkeln. Eine Schutzbrille bleibt bei jedem Betrieb obligatorisch. Mit einer Arbeitsfläche von lediglich 80 x 80 Millimetern ist der Spielraum stark begrenzt. Die Mechanik wirkt simpel: Der Laserkopf bewegt sich auf zwei Schienen, die Kabelführung ist rudimentär gelöst und neigt dazu, bei schnellen Bewegungen leicht zu schwingen. Anschlüsse für USB und Strom befinden sich an der Seite, was die Aufstellung auf engem Raum erschwert.
Praxistest & Leistung
Die Inbetriebnahme erfolgt wahlweise über eine Smartphone-App via Bluetooth oder per USB am Rechner. Die mitgelieferte Software ist funktional, wirkt aber altbacken und schlecht übersetzt. Wer präzises Arbeiten gewohnt ist, wird sich über die fummelige Fokussierung ärgern. Diese geschieht manuell durch Drehen an der Linse, was Geduld erfordert, um einen scharfen Brennpunkt zu finden. Im Test graviert der 3-Watt-Laser zuverlässig in weiches Holz, Leder und dunklen Karton. Die Ergebnisse auf hellem Holz sind oft blass und erfordern mehrere Durchgänge, was die Bearbeitungszeit drastisch verlängert. Metall lässt sich überhaupt nicht bearbeiten, es sei denn, man nutzt spezielle Markierungssprays, wobei selbst dann die Haltbarkeit der Gravur zu wünschen übrig lässt. Ein gravierendes Problem ist die Rauchentwicklung. Da der DJ6 kein geschlossenes Gehäuse und keine integrierte Absaugung besitzt, muss der Nutzer zwingend für eine externe Belüftung sorgen oder das Gerät am offenen Fenster betreiben. Die Positionierungsgenauigkeit ist für einfache Logos okay, bei filigranen Schriftarten unter 3 Millimetern Höhe zeigen sich jedoch deutliche Unschärfen durch Vibrationen im Gehäuse.
Laserleistung: 3000 mW (3W)
Arbeitsbereich: 80 x 80 mm
Konnektivität: USB, Bluetooth 4.0
Unterstützte Formate: JPG, BMP, PNG, SVG
Material: ABS-Kunststoff, Aluminiumlegierung
Abmessungen: 167 x 167 x 165 mm
Gewicht: ca. 1,0 kg
✓ Vorteile
• Sehr geringer Platzbedarf auf dem Schreibtisch
• Einfache Montage ohne tiefgehende Fachkenntnisse
• Ausreichend für einfache Markierungen auf Leder und Holz
✕ Nachteile
• Sehr kleine Arbeitsfläche limitiert Einsatzgebiete
• Mangelhafte Softwarequalität und instabile App-Verbindung
• Sicherheitsrisiko durch unzureichende Abschirmung des Lasers
• Manuelle Fokussierung ist unpräzise und zeitaufwendig
FAZIT DER REDAKTION
"Ein kompakter Lasergravierer für einfachste Ansprüche, der jedoch bei Software und Sicherheit deutliche Federn lässt."