Test: GIGABYTE M27U – 4K-Allrounder mit KVM-Bonus und IPS-Limitierung
Tech_Specs
Fazit
Zusammenfassung: Ein hochauflösender Gaming-Monitor, der durch seinen integrierten KVM-Switch und solide 160 Hz besticht, jedoch bei der HDR-Wiedergabe und den Kontrastwerten bauartbedingte Schwächen zeigt.
Design & Ergonomie: Funktionalität schlägt Ästhetik
Gigabyte bleibt seiner Linie im Jahr 2026 treu und verzichtet beim M27U auf unnötiges RGB-Bling-Bling. Das Gehäuse besteht primär aus mattem schwarzem Kunststoff, der zwar solide verarbeitet ist, aber keinen Premium-Anspruch erhebt. Der Standfuß ist stabil und bietet eine Höhenverstellung sowie Neigungsoptionen, eine Pivot-Funktion sucht man jedoch vergebens. Das OSD wird über einen rückseitigen Joystick gesteuert, was gewohnt präzise funktioniert. Alternativ lässt sich der Monitor über die 'OSD Sidekick'-Software direkt unter Windows konfigurieren, was den Bedienkomfort erheblich steigert. Ein Highlight für Produktiv-Nutzer ist die KVM-Taste, die den schnellen Wechsel von Peripherie und Bildquelle ermöglicht – ein Feature, das Gigabyte konsequent und fehlerfrei umsetzt.
Bildqualität & Gaming-Performance: Schnell, scharf, aber blass
Das Super Speed IPS-Panel liefert eine beeindruckende Bewegtbildschärfe. Bei nativen 160 Hz und aktiviertem Overdrive (Stufe 'Smart OD') sind Geisterbilder oder Schlieren kaum wahrnehmbar. Die Pixeldichte von 163 ppi sorgt für eine knallharte Darstellung von Texten und Texturen. Unsere Messungen bestätigen eine Delta-E-Abweichung von unter 2 im sRGB-Modus, was für einen Gaming-Monitor exzellent ist. Wo Licht ist, ist jedoch auch Schatten: Das statische Kontrastverhältnis kommt kaum über 1000:1 hinaus. In dunklen Spielszenen wirkt Schwarz eher wie ein dunkles Grau, und das gefürchtete IPS-Glow ist in den Ecken bei gedimmtem Raumlicht sichtbar. Die HDR-Zertifizierung nach DisplayHDR 600 ist auf dem Papier vorhanden, mangels echter Dimming-Zonen wirkt das Bild in HDR jedoch oft nur künstlich aufgehellt statt kontrastreich.
Anschlussmöglichkeiten & Messwerte: Ein moderner Standard
Mit zwei HDMI 2.1 Anschlüssen ist der Monitor bestens für die Zukunft gerüstet und bedient auch Konsolenspieler mit 4K bei 120 Hz ohne Kompression. Der USB-C-Port liefert zwar Bildsignal und Daten für den KVM-Switch, enttäuscht aber bei der Stromversorgung (Power Delivery) mit lediglich 15 bis 18 Watt – zu wenig, um ein modernes Gaming-Notebook unter Last zu laden. In puncto Input-Lag messen wir hervorragende 3,2 Millisekunden am oberen Bildrand, was selbst für kompetitive Shooter-Spieler mehr als ausreichend ist. Die Ausleuchtung unseres Testmusters war weitgehend homogen, mit einer maximalen Abweichung von 8% zum Rand hin, was innerhalb der Toleranzgrenze für IPS-Panels liegt.
Fazit: Der GIGABYTE M27U ist ein Arbeitstier für Nutzer, die keine zwei Monitore auf dem Schreibtisch wollen. Er meistert den Spagat zwischen Gaming-Performance und Office-Konnektivität dank KVM und 4K-Schärfe hervorragend. Wer jedoch cineastische HDR-Erlebnisse sucht, muss zu teureren OLED-Alternativen greifen.