Test: Microsoft Xbox Series X – Brachiale Rechengewalt im Kühlschrank-Format
Tech_Specs
Fazit
Zusammenfassung: Die Xbox Series X bleibt auch Jahre nach ihrem Release das technische Nonplusultra für Konsolen-Enthusiasten, die native 4K-Auflösung und stabile Bildraten ohne PC-Konfigurationsaufwand fordern.
Die Architektur: RDNA 2 am Limit
Microsoft hat mit der Series X eine Hardware-Basis geschaffen, die technisch betrachtet ein Meisterwerk der Integration darstellt. Das Herzstück ist die AMD-APU mit acht Zen-2-Kernen und einer Grafikeinheit auf RDNA-2-Basis. Während die Konkurrenz oft auf variable Taktraten setzt, liefert Microsoft hier konstante Frequenzen. Das Ergebnis sind 12 Teraflops an Rechenleistung, die in der Praxis vor allem für stabile 4K-Auflösungen bei 60 oder gar 120 FPS sorgen. Die Speicherbandbreite ist jedoch zweigeteilt: 10 GB des GDDR6-RAMs sind mit schnellen 560 GB/s angebunden, während die restlichen 6 GB mit 336 GB/s arbeiten. Das erfordert von Entwicklern ein präzises Speichermanagement, sorgt aber für eine hohe Kosteneffizienz bei der Produktion.
Velocity Architecture und Speicherlösungen
Ein kritischer Punkt bei jeder Konsole ist der Flaschenhals zwischen Massenspeicher und GPU. Die 'Xbox Velocity Architecture' nutzt eine Custom-NVMe-SSD, die zwar nominell 'nur' 2,4 GB/s (RAW) liefert, durch Hardware-Dekomprimierung (BCPack) aber effektiv deutlich höhere Datenraten erreicht. Dies ermöglicht das Feature 'Quick Resume', bei dem der komplette RAM-Inhalt auf die SSD ausgelagert wird. In unseren Tests konnten wir zwischen vier AAA-Titeln in jeweils weniger als 10 Sekunden hin- und herwechseln. Ein herber Kritikpunkt bleibt jedoch der proprietäre Slot für Speichererweiterungen. Während man am PC oder bei Mitbewerbern Standard-M.2-SSDs verbauen kann, ist man hier auf die teuren Module von Seagate oder Western Digital angewiesen.
Thermisches Design und Emissionen
Ingenieurstechnisch beeindruckt das Gehäusedesign am meisten. Die Series X ist im Grunde um einen zentralen Luftkanal herum gebaut. Ein einzelner 130-mm-Axiallüfter saugt kalte Luft am Boden an und drückt sie durch das vertikale Chassis über die Vapor-Chamber-Kühlung nach oben. Im Idle-Betrieb ist die Konsole praktisch unhörbar (unter 0,2 Sone), und selbst unter Volllast in Titeln wie Forza Horizon 5 bleibt das Geräuschniveau bei etwa 0,6 bis 0,8 Sone – ein Wert, den kaum ein Gaming-Laptop oder PC mit vergleichbarer Leistung erreicht. Der Stromverbrauch liegt unter Last bei ca. 160 bis 200 Watt, was in Anbetracht der gebotenen Performance effizient ist.
Fazit: Die Xbox Series X ist eine kompromisslose Performance-Maschine. Wer auf physische Medien wert legt und die maximale Grafikleistung im Konsolensegment sucht, kommt an diesem 12-Teraflop-Kraftpaket nicht vorbei. Abzüge gibt es lediglich für die restriktive Speicherpolitik.