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Over-Ear Kopfhörer Update: 05.2026

Test: Sony WH-1000XM5 – Plastik-Evolution mit ANC-Referenzstatus

Test: Sony WH-1000XM5 – Plastik-Evolution mit ANC-Referenzstatus

Tech_Specs

TC Score

Fazit

Zusammenfassung: Auch im Jahr 2026 bleibt der XM5 der Benchmark für aktive Geräuschunterdrückung, enttäuscht jedoch durch ein sperriges Design und mäßige Materialhaptik.

Design & Ergonomie: Der Bruch mit der Tradition

Man muss es klar sagen: Der Wechsel vom XM4 zum XM5 war konstruktionstechnisch ein Rückschritt für Pendler. Dass sich der WH-1000XM5 nicht mehr falten lässt, ist eine Fehlentscheidung im Produktdesign. Das mitgelieferte Case belegt im Rucksack fast das doppelte Volumen im Vergleich zu den Vorgängern. Die Materialwahl – Sony nennt es 'Acrylonitrile Butadiene Styrene' aus recycelten Autoteilen – fühlt sich zwar ökologisch wertvoll, aber haptisch enttäuschend an. Das matte Finish ist extrem anfällig für Fingerabdrücke. Positiv hervorzuheben ist das reduzierte Gewicht und die stufenlose Kopfbandverstellung, die den Anpressdruck gleichmäßiger verteilt als beim XM4. Dennoch: Wer ein kompaktes Werkzeug für die Reise sucht, wird hier zum ersten Mal bei der 1000X-Serie enttäuscht.

ANC & Audio: Präzision vor Volumen

Technisch liefert Sony jedoch ab. Die Integration von zwei Prozessoren (V1 und QN1) zur Steuerung der acht Mikrofone ist ein Ingenieurs-Meisterstück. Während viele Konkurrenten bei unregelmäßigem Lärm wie Tastaturgeklapper oder Stimmen einknicken, isoliert der XM5 den Nutzer fast vollständig. Die automatische Optimierung des ANC je nach Umgebungsdruck funktioniert unauffällig und präzise. Akustisch hat Sony den Treiber von 40mm auf 30mm verkleinert, setzt nun aber auf eine steifere Kohlefaser-Kalotte. Das Ergebnis ist ein deutlich strafferer Bass und präzisere Mitten, verliert aber im direkten Vergleich zum XM4 an volumetrischer Tiefe im Sub-Bass-Bereich. LDAC ist weiterhin das Nonplusultra für Android-Nutzer, während Apple-User bei AAC stagnieren. Die Räumlichkeit ist gut, erreicht aber nicht die Offenheit eines Focal Bathys oder Sennheiser Momentum 4.

Konnektivität & Ausdauer: Das smarte Arbeitstier

In puncto Software-Features und Konnektivität macht Sony niemand etwas vor. 'Speak-to-Chat' reagiert im Test fast zu empfindlich, ist aber im Büroalltag ein Segen. Die Multipoint-Verbindung steht stabil; der Wechsel zwischen MacBook und Smartphone erfolgt in unter zwei Sekunden. Die Akkulaufzeit von gemessenen 29 Stunden bei aktivem ANC und LDAC-Nutzung deckt sich mit den Werksangaben. Ein echtes Highlight ist die Ladeelektronik: Über Power Delivery (PD) saugt der Hörer in drei Minuten genug Energie für einen kompletten Pendel-Vormittag. Die Sprachqualität bei Telefonaten setzt dank der KI-unterstützten Rauschunterdrückung neue Maßstäbe; Windgeräusche werden nahezu vollständig eliminiert, was den XM5 zum besten Office-Headset im Consumer-Segment macht.

Fazit: Der Sony WH-1000XM5 ist ein technisches Kraftpaket in einem fragwürdigen Gehäuse. Während das ANC und die Telefonie-Qualität die Konkurrenz von Bose und Apple in den Schatten stellen, ist das nicht faltbare Design und die dominante Plastik-Haptik ein Kompromiss, den man in der Premium-Klasse erst einmal schlucken muss. Wer maximale Ruhe sucht, kommt an ihm nicht vorbei – wer Eleganz und Kompaktheit will, schaut woanders hin.


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