Test: SteelSeries Arctis Nova Pro – High-End-Audio zwischen Komfort und Software-Zwang
Tech_Specs
Fazit
Zusammenfassung: Das Flaggschiff von SteelSeries überzeugt durch exzellente Konnektivität und das innovative Akku-Tausch-System, während die aktive Geräuschunterdrückung hinter dedizierten Hi-Fi-Kopfhörern zurückbleibt.
Design & Ergonomie
SteelSeries setzt beim Nova Pro auf das bewährte 'ComfortMAX'-System. Der PVD-beschichtete Stahl-Kopfbügel sorgt für die nötige Verwindungssteifigkeit, während das elastische Spannband das Gewicht von rund 340 Gramm effektiv verteilt. In der Praxis zeigt sich jedoch eine Schwachstelle: Die im Inneren der Ohrmuscheln verbauten ANC-Mikrofone ragen leicht hervor. Je nach Anatomie des Nutzers führt dies nach zwei bis drei Stunden zu spürbaren Druckstellen am Außenohr. Die Verarbeitungsqualität ist auf einem hohen Niveau, allerdings wirkt das Headset aufgrund der Dominanz von Kunststoff weniger wertig als Studio-Konkurrenten der 350-Euro-Klasse. Die physischen Bedienelemente am Headset sind logisch platziert und verfügen über einen definierten Druckpunkt.
Klang & DAC-Performance
Das Herzstück der kabelgebundenen Variante (und Basis der Wireless-Version) ist der GameDAC Gen 2. Mit dem ESS Sabre 9218PQ Chip erreicht das System eine Signalauflösung von 96 kHz / 24 Bit. Im Messlabor offenbart das Nova Pro eine beeindruckende Linearität im Mittenbereich. Die Höhen sind SteelSeries-typisch leicht akzentuiert, was der Ortung von Schritten in kompetitiven Shootern zugutekommt, ohne dabei bei hohen Pegeln ins Schrille abzugleiten. Die Dynamik ist für ein Gaming-Headset überragend. Wer jedoch den vollen Funktionsumfang inklusive des parametrischen 10-Band-EQs nutzen möchte, ist zwingend auf die Sonar-Software angewiesen. Diese ist mächtig, wirkt aber durch Account-Zwang und Bloatware-Anleihen überladen.
Konnektivität & ANC
Ein echtes Alleinstellungsmerkmal im Jahr 2026 bleibt die Multi-System-Connect-Funktion. Die Basisstation fungiert als Hub: Zwei USB-C-Eingänge erlauben den simultanen Anschluss von PC und PlayStation oder Switch, wobei das Umschalten bequem per Tastendruck am DAC erfolgt. Die Wireless-Variante glänzt zudem mit dem 'Infinity Power System'. Während ein Akku im Headset arbeitet, lädt der zweite in der Basisstation – ein Akkuwechsel dauert fünf Sekunden und eliminiert Ladekabel permanent vom Schreibtisch. Die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) ist eine sinnvolle Ergänzung für konstante Lüftergeräusche, kann jedoch nicht mit der Effizienz eines Sony WH-1000XM5 oder Bose QC mithalten. Stimmen und Tastaturgeklapper dringen weiterhin gedämpft durch.
Fazit: Die SteelSeries Arctis Nova Pro bleibt die Referenz für Multi-Plattform-Gamer, die keine Kompromisse bei der Konnektivität eingehen wollen. Das duale Batteriesystem ist ein Geniestreich für Langzeit-User. Wer rein auf Klangqualität fixiert ist und kein ANC benötigt, findet im kabelgebundenen Hi-Fi-Sektor zwar bessere Preis-Leistungs-Alternativen, verliert aber den unvergleichlichen Komfort der Nova-Plattform.