Test: VIVIBRIGHT F30 – Full-HD-Pixel für den schmalen Taler mit lautstarken Kompromissen
Tech_Specs
Fazit
Zusammenfassung: Der VIVIBRIGHT F30 bietet echte 1080p-Auflösung zum Kampfpreis, erkauft sich die Bilddiagonale jedoch durch eine massive Geräuschentwicklung und Defizite in der Optik-Güte.
Gehäuse und Optik: Zweckmäßig statt elegant
Der VIVIBRIGHT F30 tritt im klassischen 'Brick'-Design an. Das Gehäuse besteht aus einfachem, aber robustem Kunststoff, der wenig Ambitionen zeigt, einen Designpreis zu gewinnen. Mit Abmessungen, die deutlich über den ultrakompakten Pico-Beamern liegen, signalisiert der F30: Hier arbeitet stationäre Technik. Die Glaslinse ist groß dimensioniert, lässt aber bereits beim ersten Anfassen der Fokusringe eine gewisse mechanische Instabilität vermuten. Das manuelle Fokussieren erfordert Fingerspitzengefühl, da der Widerstand ungleichmäßig ist. Im Inneren arbeitet ein Single-LCD-Panel von BOE, das mit einer LED-Einheit befeuert wird. Die Kühlung ist hier das A und O, was man leider sofort nach dem Einschalten hört. Die versprochenen 4200 Lumen sind, wie in dieser Preisklasse üblich, ein reiner Marketing-Wert. Realistisch betrachtet landet man bei einer Helligkeit, die für abgedunkelte Räume ausreicht, aber gegen direktes Tageslicht keine Chance hat.
Bildqualität: Lichtblicke mit chromatischen Fehlern
Die Schärfe in der Bildmitte ist dank der nativen 1920 x 1080 Pixel für diese Preisklasse beeindruckend. Texte in Präsentationen oder Untertitel in Filmen werden präzise abgebildet. Das Problem liegt jedoch in der optischen Güte der Linse. Stellt man die Mitte knackscharf, leiden die Ecken unter sichtbarer Unschärfe. Nutzt man zudem die physische Trapezkorrektur (Keystone), verstärkt sich dieser Effekt massiv, da die Linse bauartbedingt nur in einem sehr engen Winkel sauber projizieren kann. Die Farbdarstellung ist out-of-the-box eher kühl und etwas übersättigt, was für poppige Animationsfilme okay ist, aber Hauttöne unnatürlich wirken lässt. Wer hier nachkalibriert, verliert massiv an Helligkeit. Der Schwarzwert ist LCD-typisch eher ein dunkles Grau, was in dunklen Filmszenen zu einem Verlust an Details in den Schatten führt. Für Gaming ist der F30 nur bedingt geeignet: Der Input-Lag liegt in einem Bereich, der für schnelle Shooter zu hoch ist, für Casual-Games oder Sportübertragungen jedoch noch akzeptabel bleibt.
Schnittstellen und Sound: Überraschend komplett
Positiv hervorzuheben ist die Anschlusssektion. Mit zwei HDMI-Ports lassen sich Konsole und Streaming-Stick gleichzeitig betreiben, ohne ständig Kabel umstecken zu müssen. Dass VIVIBRIGHT einen optischen SPDIF-Ausgang spendiert, ist in diesem Segment eine Seltenheit und ein Segen für Nutzer, die eine Soundbar ohne HDMI-ARC anschließen wollen. Die internen Lautsprecher sind zwar vorhanden und für einen Beamer dieser Klasse erstaunlich laut, klingen aber blechern und neigen bei hohen Pegeln zum Verzerren. Sie dienen eher als Notlösung. Ein kritisches Thema bleibt das Kühlsystem. Die Lüfter drehen konstant hoch, um die Hitze des LED-Moduls abzuführen. In ruhigen Filmszenen ist das Rauschen omnipräsent und kann nur durch eine potente externe Soundanlage übertönt werden. Wer einen flüsterleisen Heimkino-Abend plant, wird hier enttäuscht.
Fazit: Der VIVIBRIGHT F30 ist ein klassischer Preis-Leistungs-Brecher. Wer für wenig Geld das Maximum an Auflösung sucht und bereit ist, bei der Lautstärke und der optischen Präzision beide Augen zuzudrücken, bekommt hier eine brauchbare Projektionslösung für den Hobbykeller oder gelegentliche Fußballabende. Für ein dediziertes High-End-Heimkino fehlen ihm jedoch die Farbtreue, der Kontrast und vor allem die Laufruhe.